Beschreibung des Moduls

Kellerwand (Mauerwerk)

 

Mit dem Programm Kellerwand sind Sie in der Lage, die nach Eurocode 6 (EN 1996, DIN und ÖNORM) erforderlichen Nachweise für Wände aus Mauerwerk mit Erddruck zu führen. Das Programm liegt zusätzlich nach alter Norm (DIN 1053-100) im Gesamtpaket bei.

 

System

System:

System-2-Kellerwand-Mauerwerk

System-1-Kellerwand-Mauerwerk

Es werden das vereinfachte und das genaue Verfahren für die Nachweise angeboten. Zur Verstärkung der Kellerwände können Zusatzmaßnahmen, wie die Anordnung von Ringbalken und/oder Aussteifungsstützen getroffen werden.

Material

System-7-MauerwerkDie Materialien:

Es stehen die Steinfestigkeiten SFK 2 bis 60 zur Wahl.

Mörtel:
LM 21 ; LM 36 ; Dünnbetmörtel ;
MG I ; ; MG II ; MG IIa ; MG III ; MG IIIa.

Erddruck

Der Erddruckbeiwert:

Erddruck-1-Kellerwand-MauerwerkDer Erddruckbeiwert kh kann in einem separaten Fenster über die Art des Erddruckes und verschiedene Parameter gewählt werden. Folgende Arten des Erddruckes sind möglich:

  • aktiver Erddruck,
  • Erd- Ruhedruck,
  • Mittel aus aktivem Erddruck und Ruhedruck,
  • Mittel aus aktivem und passivem Erddruck,
  • passiver Erddruck,
  • 1/2 passiver Erddruck

Durch folgende Parameter kann der Erddruckbeiwert beeinflusst werden:

  • Wandneigung Alpha
  • Geländeneigung Beta
  • Scherwinkel Phi
  • Wandreibungswinkel Delta

 

Belastung

Last-1-Kellerwand-MauerwerkDie Belastung:

Für die Eingabe der Lasten stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können ND direkt eingeben oder die charakteris-tischen Lasten in einer Tabelle eintragen. Das Programm ermittelt dann die Summen unter Berücksichtigung der Teilsicherheits-beiwerte.

Last-2-Kellerwand-Mauerwerk

Zusatzmaßnahmen

Zusatzmaßnahmen:

Zur Verstärkung der Kellerwände können Zusatzmaßnahmen getroffen werden. Folgende Maßnahmen sind möglich:

Zusatzmassnahmen-1-Kellerwand-Mauerwerk

  • horizontal angeordnete Stahlbeton- Ringbalken,
  • horizontal angeordnete Stahlbeton- Ringbalken in U-Schale,
  • Anordnung von Aussteifungsstützen
  • Kombination von Ringbalken und Aussteifungsstützen.

Hinweise

Hinweise zum Programm

 

a) Vereinfachtes Verfahren

Die Berechnung nach dem vereinfachten Verfahren erfolgt nach DIN 1053-100. Um dieses Verfahren anwenden zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. lichte Wandhöhe hs <= 2,60 m und Wanddicke d >= 24 cm
  2. die Kellerdecke wirkt als Scheibe, die die aus dem Erddruck resultierenden Kräfte aufnimmt
  3. die Verkehrslast auf das anstehende Gelände muß kleiner / gleich 5 kN/m² sein
  4. die Geländeoberfläche ist eben (beta = 0°)
  5. die Anschütthöhe he darf nicht größer als die Wandhöhe sein
  6. die Auflast No der Kellerwand liegt innerhalb der laut DIN geforderten Grenzen
  7. die aussteifende Wirkung von Querwänden darf angesetzt werden.

Bei der Anwendung des vereinfachten Verfahrens ist eine eine klaffende Fuge bis zum Schwerpunkt möglich. Um die Gebrauchstauglichkeit (Risse) nicht zu vermindern, sollten entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe solcher Beeinträchtigungen getroffen werden (Ringbalken in halber Wandhöhe usw.).

b) genaues Nachweisverfahren

Beim genauen Verfahren werden die exakten Randbedingungen erfasst und in den Nachweis einbezogen. Der Nachweis erfolgt nach Eurocode 6 (EN 1996, DIN und ÖNORM) und auf Grundlage des Verfahrens nach MANN / BERNHARDT (s. Mauerwerks - Kalender 1984). Dabei wird nur der einachsige Lastabtrag untersucht. Die zweiachsig gespannte Platte wird aufgrund von zu großen Ungenauigkeiten auf der Materialseite nicht betrachtet. Bei der Berechnung wird die Kellerwand als 1m - Streifen untersucht. Eine teilweise Einspannung in die Kellerdecke wird angesetzt, wahlweise auch eine Einspannung mit d/3 am Wandfuss.

c) zusätzliche Hinweise

Über eine Prozentangabe von 0 bis 100% kann deklariert werden, welcher Anteil der Auflast mit d/3 am Wandkopf ein Moment aus Deckeneinspannung / Deckendrehwinkel erzeugt. Somit wird nicht die gesamte Auflast mit d/3 angesetzt, was teilweise zu günstig wäre, da das erzeugte Moment dem Erdruck entgegen wirkt, d.h. das Moment aus dem Erdruck abmindert. Ist der prozentuale Anteil nicht festzustellen, empfiehlt es sich, den Prozentwert auf Null zu setzen. Dies liefert Ergebnisse auf der sicheren Seite. Der Anteil, welcher ein Moment am Wandkopf erzeugt, ist generell die Auflagerlast aus der Kellerdecke. Der Prozentwert ergibt sich also aus dem Verhältnis von Auflagerlast Kellerdecke / Gesamtlast.

Zusätzlich zur allgemeinen Bemessung können Sie auch einen konstruktiven Ringbalken in beliebiger Höhe oder senkrechte Aussteifungsstützen erfassen, jedoch ohne diese Bauteile nachzuweisen.

Die Anordnung des Ringbalkens sollte in Abhängigkeit von den Steinschichten so vorgenommen werden, daß die Nachweise erfüllt sind.

Am oberen und unteren Anschnitt des Ringbalkens wirken keine Momente aus e=d/3 mehr, da hier keine Verdrehungen aus Decken usw. anzusetzen sind. Dies liefert auch gesicherte Ergebnisse.

Die genauen Lasten aus dem Erddruck bzw. dem Gewölbedruck werden vom Programm ermittelt und ausgegeben. Mit diesen Lasten können der Ringbalken bzw. die Stützen bemessen werden. Das Programm führt für die Bauart mit Ringbalken den Nachweis der Wand für den unteren Wandteil nach dem genauen Verfahren. Für die Bauweise mit Aussteifungsstützen wird der Nachweis der Wand als horizontales Gewölbe durchgeführt (s. auch KALKSANDSTEIN - Buch, Teil 2) .